Kapitel 1
Dritte Generation
Selbstständigkeit ist bei uns Familiensache: Mein Opa hat sein eigenes Ding gemacht, mein Vater macht es bis heute. Ich habe früh beide Seiten gesehen — die Jahre, in denen es lief, und die, in denen es hart war. Was ich daraus mitgenommen habe: Man sollte beide Zeiten schätzen, weil man nie weiß, was daraus entsteht. Und: Ich wusste früh, dass ich nach meinen eigenen Spielregeln arbeiten will.
Kapitel 2
Der Wendepunkt
Bevor ich mein Geschäft aufgebaut habe, stand ich an einer Supermarktkasse. Druck vom Chef, Druck vom Kunden — und null Respekt für die Arbeit dazwischen. Für manche ist das okay. Für mich war es der Punkt, an dem die Entscheidung gefallen ist.
„Das kann so nicht weitergehen. Ich muss eine andere Lösung finden."
Kapitel 3
Das Handwerk
Ich wollte etwas Eigenes, ortsunabhängig und selbstbestimmt. Klassisches Programmieren war nicht mein Weg — Gestaltung, Aufbau und Kundenarbeit sind es. Also habe ich mich in mein Werkzeug eingearbeitet und in das, was Seiten wirklich wirksam macht: Struktur, Farbenlehre, Zielgruppen-Psychologie. Webseiten bauen ist ein Handwerk. Man muss dem Kunden helfen, digital aufgerüstet zu sein — nicht ihm ein Template verkaufen.
Kapitel 4
Cold Calling aus der Hölle
Werbebudget gab es am Anfang nicht — also habe ich zum Telefon gegriffen. Absage um Absage, bis der Pitch saß. Diese Schule wünsche ich niemandem, aber sie hat mir das Wertvollste beigebracht, was man in meinem Beruf lernen kann: Wie man mit nichts als einer ehrlichen Geschichte Vertrauen aufbaut. Genau diese Fähigkeit steckt heute in jeder Seite, die ich baue.
Ich bin Mustafa, ich wohne in deiner Nähe und ich baue Webseiten. Sollen wir mal reden?
Der Pitch — direkt, ohne Skript
Passt. Ich brauche genau so einen, der das für mich übernimmt.
Der Zuschlag. Die Seite läuft bis heute.
Kapitel 5
Teuer bezahlte Prinzipien
Nicht jede Erfahrung war schön — aber jede hat ein Prinzip hinterlassen. Einer hat nach gelieferter Arbeit nie bezahlt: Seitdem qualifiziere ich vor, bevor ich liefere. Ein anderes Angebot hatte ich falsch kalkuliert: Ich habe es offen gesagt, statt schlechte Arbeit abzuliefern — den Auftrag gab es nicht, den Respekt schon. Vertrauen wird verdient, auf beiden Seiten. Danach arbeite ich.
Kapitel 6
Heute
Heute baue ich Webseiten für Selbstständige und Unternehmen, die Anfragen brauchen — keine Deko. Meine Kunden bleiben: Die erste Seite, die ich gebaut habe, läuft bis heute, und neue Projekte kommen fast ausschließlich über Empfehlungen. Ich arbeite auf Deutsch und Türkisch, aus Duisburg, persönlich. Und sonntags? Sonntags gehört die Zeit meiner Familie.